Tagebuch exportieren: so bleiben deine Einträge sicher, wenn du die Tagebuch-App wechselst
Lies die Ein-Stern-Bewertungen vieler Tagebuch-Apps, und du stößt in vielen Sprachen auf dieselbe Geschichte: ein Jahr an Einträgen weg nach einem Update, eine Synchronisierung, die still und leise aufgehört hat, ein neues Handy, das leer startete. Manchmal kommen die Einträge zurück. Manchmal nicht.
Der beste Schutz ist nicht die perfekte App. Es ist eine Kopie deines Tagebuchs, die von keiner App abhängt. Dieser Leitfaden zeigt, wie du diese Kopie anlegst, wo der Export in den gängigsten Tagebuch-Apps steckt, was bei einem Umzug verloren geht und was du prüfen solltest, bevor du einer neuen App Jahre deines Lebens anvertraust.
Vor dem Wechsel: exportieren, dann prüfen, was du bekommen hast
Mach den Export, bevor du etwas deinstallierst, ein Abo kündigst oder ein Handy zurücksetzt. Öffne die Datei dann an einem Computer und nimm dir zehn Minuten, um sie zu prüfen. Ein Export, der „fertig“ ist, ist nicht immer vollständig.
- Zählen. Entspricht die Zahl der Einträge ungefähr der in der App? Ist der älteste Eintrag dabei?
- Daten. Öffne ein paar Einträge aus verschiedenen Jahren. Stimmen die Daten, auch bei Einträgen, die du auf Reisen in einer anderen Zeitzone geschrieben hast?
- Fotos, Videos und Audio. Sind die Mediendateien im Archiv oder nur der Text? Öffne ein paar und prüf, ob sie sich abspielen lassen.
- Tags, Stimmungen, Orte. Sind sie in der Datei, und kannst du sie lesen, oder sind daraus Zahlen und Codes geworden?
- Gesperrte oder verschlüsselte Einträge. Manche Apps brauchen dein Passwort, um sie aufzunehmen, oder lassen sie weg. Prüf, ob die privaten Einträge dabei sind.
- Mehrere Tagebücher. Hat der Export alle erfasst oder nur das, das gerade offen war?
Wo der Export steckt, App für App
Alles Folgende stammt von den Hilfeseiten der jeweiligen Firma. Menüs ändern sich von Version zu Version, folge also der verlinkten Seite, wenn der Knopf umgezogen ist.
Day One
Auf dem iPhone findest du den Export unter „Settings“ → „Import/Export“, auf Android unter „Settings“ → „Export“, auf dem Mac unter „File“ → „Export“. Laut der Export-Anleitung von Day One hängen die Formate von der Plattform ab: PDF, JSON und reiner Text/Markdown auf iPhone, Android und Mac, CSV auf iPhone und Android, und im Web und unter Windows nur JSON. Der JSON-Export ist eine ZIP-Datei mit deinen Einträgen in einer .json-Datei, und du kannst wahlweise die Medien mitnehmen (Fotos, Videos, Audio und PDFs in eigenen Ordnern). Beim Export als reiner Text ist es anders: Fotos sind derzeit nicht enthalten, auch keine Verweise auf Fotos.
Journey
Journey exportiert als ZIP: auf dem iPhone unter „Preferences“ → „Data & Cloud Services“ → deinen Cloud-Dienst wählen → „Export/Cloud Backups“, auf Android unter „Settings“ → „Data & Cloud Services“ → deinen Cloud-Dienst wählen → „Export/Backup“. Einen einzelnen Eintrag kannst du über seine Teilen-Taste exportieren (Journey: Export als ZIP). Derselbe Hilfebereich behandelt PDF, Word und ePub. Gut zu wissen: Der PDF-Export hängt davon ab, welchen Sync-Dienst du nutzt, und nach Word lassen sich Videos nicht exportieren; du bekommst stattdessen ein Vorschaubild (Journey: Export nach Word).
Daylio
Daylio sichert auf Android in Google Drive und auf dem iPhone in iCloud. Um zwischen iPhone und Android umzuziehen, brauchst du eine eigene Sicherungsdatei („Backup File“), die du von Hand über „Advanced Options“ exportierst; laut Daylio enthält sie alle deine Einträge, Stimmungen, Aktivitäten und Einstellungen (Daylio: Backup zwischen iOS und Android übertragen). Zum Lesen und Drucken gibt es einen PDF-Export, den Daylio zusammen mit automatischen Backups unter seinen Premium-Funktionen aufführt. Außerdem schreibt Daylio, dass es verlorene Backups nicht wiederherstellen kann (Daylio: Backup-Optionen). Pass also gut auf diese Datei auf.
Apple Journal
Der vollständige Export steckt nicht in der Journal-App selbst, sondern in den Einstellungen. Geh zu „Einstellungen“ → „Apps“ → „Journal“ → „Alle Journaleinträge exportieren“. Du bekommst eine ZIP-Datei namens „AppleJournalEntries“, und laut Apple werden Fotos, Standorte und andere Medien, die du den Einträgen hinzugefügt hast, mit exportiert. Ab iOS 18 lassen sich Einträge (einer, ein Datumsbereich oder alle) über „Drucken“ als PDF sichern. Auf derselben Seite steht ein Hinweis, den viele übersehen: Standardmäßig werden Journaleinträge nicht in unverschlüsselte iPhone-Backups aufgenommen. Damit sie in iCloud liegen, prüf in deinen iCloud-Einstellungen, ob „Journal“ eingeschaltet ist (Apple: Journaleinträge sichern, exportieren und drucken).
Diarium
Laut seiner Website exportiert Diarium nach Word (.docx), als reinen Text (.txt), als Webseite (.html) oder als JSON. Der Word-Export wird zusammen mit der Cloud-Synchronisierung unter den Pro-Funktionen aufgeführt. Wo der Knopf sitzt, hängt von der Plattform ab (Diarium läuft unter Windows, Android, auf dem iPhone und dem Mac), schau also in der App nach.
Diaro
In der Android-App findest du den PDF-Export unter „Settings“ → „Data“ → „Export to PDF“, für alle Einträge oder gefiltert nach Stimmung, Ort oder Tags (Diaro: PDF-Export auf Android). Diaro Online kann nach PDF, DOCX oder TXT exportieren (Diaro: Export nach PDF/DOCX). Backups legst du unter „Settings“ → „Data“ → „Backup & restore“ an, und sie werden auf dem Handy selbst gespeichert, in einem Ordner Diaro/backup. Diaro empfiehlt, sie zu Dropbox hochzuladen; die Dropbox-Synchronisierung gehört zu Diaro PRO (Diaro: Backup). Ein Backup, das nur auf dem Handy liegt, ist mit dem Handy verloren.
Was beim Umzug meist verloren geht
Die meisten Verluste kommen nicht von einem kaputten Export. Sie kommen von einem Format, das nie dafür gedacht war, alles mitzunehmen.
- PDF ist zum Lesen da, nicht zum Umziehen. Es ist die angenehmste Datei, um sie in zwanzig Jahren zu öffnen, aber eine andere App kann daraus meist keine Einträge mehr machen. Bewahre ein PDF zusätzlich zu einer Datendatei auf, nicht an ihrer Stelle.
- Reiner Text und Word lassen Dinge weg. Der Text-Export von Day One lässt Fotos weg; der Word-Export von Journey macht aus Videos Vorschaubilder. Eine CSV-Datei ist eine Tabelle: Text und Daten, keine Medien. Audio und Video fallen meist als Erstes weg.
- Tags, Stimmungen und eigene Felder lassen sich nicht sauber übertragen. Was in der einen App Stimmungen sind, sind in der anderen Tags oder gar nichts. Rechne damit, dass etwas Struktur verloren geht, selbst wenn die Worte heil ankommen.
- Ein Backup ist kein Export. Viele Backup-Dateien lassen sich nur in dieselbe App zurückspielen. Sie schützen dich davor, ein Handy zu verlieren, nicht davor, die App zu verlieren.
Wenn du wirklich alles in ein anderes Tagebuch umziehen willst, schau zuerst auf die Import-Seite der neuen App. Manche Apps bieten Importfunktionen für andere an: Auf der Website von Diarium steht ein Umzug aus Day One, Diaro, Journey, Daylio und weiteren, und die Hilfeseiten von Journey haben Import-Anleitungen für Day One, Apple Journal und Daylio. Welches Exportformat du brauchst, entscheidet die Importfunktion, also lies das, bevor du exportierst.
Behalte den Export, auch nach dem Umzug
Wenn der Umzug geklappt zu haben scheint, ist die Versuchung groß, die alte Datei zu löschen. Tu es nicht. Importfunktionen übersehen Dinge, die dir erst Monate später auffallen, und der alte Export ist deine einzige vollständige Aufzeichnung.
- Benenne ihn nach App und Datum und bewahre zwei Kopien an verschiedenen Orten auf: auf einem Computer und in einem Cloud-Speicher, oder auf einem USB-Stick in einer Schublade.
- Denk daran, dass ein Export meist nicht verschlüsselt ist, auch wenn dein Tagebuch es war. Bewahre ihn so auf, wie du das Tagebuch selbst aufbewahren würdest.
- Mach ein- oder zweimal im Jahr einen frischen Export, nicht nur beim Wechsel. Den Tag, an dem eine App versagt, kannst du nicht planen.
Prüf den Notausgang, bevor du einziehst
Der beste Zeitpunkt, den Export einer App zu beurteilen, ist vor deinem ersten Eintrag:
- Gibt es einen Export von allem oder nur von einzelnen Einträgen?
- Ist er kostenlos oder an ein Abo gebunden? Was passiert mit deinen Einträgen, wenn du nicht mehr zahlst?
- Ist er in einem offenen Format (Markdown, JSON, HTML, reiner Text), das sich ohne die App öffnen lässt?
- Sind Fotos, Videos und Audio dabei?
- Sind gesperrte oder verschlüsselte Einträge dabei, und was braucht es dafür?
- Liegen deine Einträge auch auf dem Handy oder nur auf einem Server? Kannst du sie offline lesen?
Probier es aus: Schreib drei Einträge mit einem Foto und einer Sprachnotiz, exportiere sie und öffne die Datei an einem Computer. Wenn das am ersten Tag schwierig ist, wird es im fünften Jahr schwieriger.
Wo Lifeline hineinpasst
Lifeline ist kein tägliches Tagebuch und deshalb auch kein Ersatz dafür. Es ist eine Zeitleiste der großen Momente eines Lebens: ein Umzug, eine Geburt, ein Verlust, ein erster Tag, jeder als eine Erinnerung auf einer einzigen Linie, mit Fotos, einer Sprachnotiz, einem Song und dem, wie es sich angefühlt hat. Du kannst dein tägliches Tagebuch behalten, wo es ist, und Lifeline daneben für die Momente nutzen, die zählen.
Um es klar zu sagen: Lifeline hat keinen Import. Die App kann keinen Export aus Day One, Journey oder Daylio lesen und holt auch nicht deine Fotomediathek in einem Rutsch herein. Die Momente, die du auf der Linie haben willst, fügst du von Hand hinzu, eine Erinnerung nach der anderen. Für Hunderte täglicher Einträge ist das das falsche Werkzeug; für die paar Dutzend Momente, von denen du jemandem erzählen würdest, ist genau das der Sinn.
Für den Notausgang gilt derselbe Maßstab wie oben:
- Das ganze Archiv lässt sich kostenlos exportieren. Profil → Meine Daten → Gesamtes Archiv erstellt eine ZIP-Datei: jede Erinnerung als Markdown-Datei, alles zusammen in einer Datei memories.json und deine Fotos, Videos und Sprachnotizen in einem Ordner pro Erinnerung. Sie lässt sich ohne die App öffnen. Du kannst ein PDF mit allen Texten in einem Dokument hinzufügen.
- Gesperrte Erinnerungen sind dabei, sobald du dein Master-Passwort eingibst, und in der ZIP-Datei sind sie nicht mehr verschlüsselt. Bewahre die Datei also sicher auf.
- Die App sagt dir, wenn eine Mediendatei fehlt. Lässt sich eine nicht herunterladen, zeigt die App an, wie viele Dateien nicht dabei sind, statt einfach still fertig zu werden.
- Eine einzelne Erinnerung kannst du über ihr Menü als PDF teilen („Als PDF teilen“).
Häufige Fragen
Meine Einträge sind nach einem Update verschwunden. Kann ich etwas tun?
Lösch die App noch nicht und installiere sie nicht neu; dabei können lokale Daten verloren gehen. Prüf, ob du mit demselben Konto angemeldet bist wie vorher und ob das Backup der App in iCloud oder Google Drive noch eine Kopie hat. Schreib dann dem Support der App und nenn das Datum, an dem die Einträge verschwunden sind. Sobald sie wieder da sind, mach einen Export.
Schützt das Backup meines Handys mein Tagebuch?
Nicht immer; das hängt von der App ab. Apple zum Beispiel schreibt, dass Journaleinträge standardmäßig nicht in unverschlüsselten iPhone-Backups landen. Mach einen Export direkt aus der Tagebuch-App.