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Leitfaden · 8. Oktober 2026

Erinnerungen „an diesem Tag“: so blendest du sie in Apple Fotos und Google Fotos aus oder schaltest sie ab, und warum der Blick zurück guttut

Du nimmst morgens das Handy in die Hand, und da ist es: ein Strand vor sechs Sommern, die Hochzeit einer Freundin, dein Kind mit vier. Für einen Moment fühlt sich der Tag anders an. Und dann ist es eines Morgens das Foto von jemandem, der nicht mehr zu deinem Leben gehört, und der Moment fühlt sich ganz anders an.

Beides kommt häufig vor. Ein Ratgeber von Popular Science bringt es auf den Punkt: Vielleicht hast du eine schmerzhafte Trennung hinter dir oder einen geliebten Menschen verloren, und auch wenn du diese Bilder nicht löschen willst, möchtest du nicht, dass sie ohne Vorwarnung auf deinem Bildschirm auftauchen.

Im Folgenden: was die Forschung über das Zurückblicken sagt, wo die Erinnerungsfunktionen stecken und wie du sie ausblendest oder abschaltest, und wie du selbst bestimmst, was zurückkommt.

Warum der Blick zurück helfen kann

Die Forschung macht Mut, auch wenn die Effekte bescheiden sind.

Zwei ehrliche Einschränkungen. Es sind kleine Studien, meist mit Studierenden oder einer einzigen Person, und sie zeigen Tendenzen, keine Garantien. Und eine Erinnerung ändert nicht immer etwas: Eine Psychologin, die sich selbst sechs Jahre lang mit Erinnerungen von Timehop testete, stellte fest, dass Fotos Erinnerungen leichter zurückbrachten als Text, das Erinnern aber kaum Einfluss auf ihre aktuellen Gefühle, Gedanken und ihr Verhalten hatte. Zurückblicken kann schön und nützlich sein. Eine Behandlung ist es nicht.

Warum die Erinnerungen der Plattformen manchmal wehtun

Eine Fotomediathek oder ein Verlauf in sozialen Netzwerken ist keine Chronik deines Lebens. Darin liegt, was du zufällig fotografiert oder gepostet hast: der oder die Ex, der Krankenhausflur, das Haus, das du verkaufen musstest. Ein Algorithmus greift aus diesem Stapel etwas heraus und legt es dir zu einem Zeitpunkt auf den Bildschirm, den du nicht gewählt hast.

Die Ingenieure von Facebook haben selbst über das Problem geschrieben: Was beim ersten Posten bedeutsam oder schön war, kann sich mit der Zeit in eine unangenehme oder weniger wichtige Erinnerung verwandeln. 2014 beschrieb der Webdesigner Eric Meyer, wie ihm Facebooks Jahresrückblick unter einer fröhlichen Überschrift ein Foto seiner Tochter zeigte, die in jenem Jahr gestorben war. Er nannte das „unbeabsichtigte algorithmische Grausamkeit“.

Seitdem haben die Firmen Einstellungen dafür eingebaut. Hier findest du sie.

Apple Fotos (iPhone und iPad)

Apple beschreibt Rückblicke als Sammlungen rund um eine wichtige Person, ein Haustier, einen Ort, eine Aktivität oder ein Ereignis. Sie hängen also nicht streng am heutigen Datum. Du findest sie so: Öffne „Fotos“, tippe auf „Sammlungen“ und wische dann durch die „Rückblicke“ oder tippe auf „Rückblicke“, um alle zu sehen.

Aus Apples iPhone-Benutzerhandbuch:

Google Fotos (Android und iPhone)

Die angezeigten Erinnerungen erscheinen oben in der Fotoansicht. Laut der Hilfeseite von Google liegen alle Einstellungen an einem Ort: Tippe auf dein Profilbild oder deine Initiale, dann auf „Google Fotos-Einstellungen“, „Einstellungen“ und „Erinnerungen“.

Facebook

Facebooks eigene Funktion „On This Day“ zeigt Inhalte von diesem Datum aus früheren Jahren: deine Beiträge, Fotos und Beiträge, in denen du markiert wurdest. Alle deine Erinnerungen sind auf einer Seite gesammelt, facebook.com/memories.

2016 schrieben die Ingenieure, Facebook filtere Erinnerungen automatisch heraus, in denen Ex-Partner oder blockierte Personen vorkommen, und habe Einstellungen gebaut, mit denen du bestimmte Personen oder Daten sperren kannst. Als die Funktion startete, ließen sich auch die Benachrichtigungen auf dieser Seite einstellen, also fang dort an. Facebook ändert seine Menüs oft, und wir konnten den heutigen genauen Weg auf Facebooks eigenen Hilfeseiten nicht bestätigen. Deshalb schicken wir dich nicht durch Klickschritte, die sich vielleicht schon verschoben haben.

OneDrive

Sichert dein Handy Fotos in Microsoft OneDrive, schickt es dir womöglich Benachrichtigungen und E-Mails „An diesem Tag“. Die Anleitung von Microsoft: Tippe in der App auf dein Profilbild, dann auf „Einstellungen“ und „Benachrichtigungen“, und schalte „An diesem Tag“ beziehungsweise „I have memories from this day“ aus. Für die E-Mails meldest du dich unter onedrive.live.com an, gehst zu „Einstellungen“ und dann „Fotos“, entfernst die Häkchen und wählst „Speichern“.

Selbst bestimmen, was zurückkommt

Die Erinnerungen abzuschalten ist eine vernünftige Entscheidung. Wenn du sie behältst, helfen ein paar Gewohnheiten:

So funktioniert „An diesem Tag“ in Lifeline

Lifeline ist eine private Zeitleiste der Momente, die dich geprägt haben, und geht das Zurückblicken von der anderen Seite an. Die App durchsucht nicht deine Kamerarolle. Sie bringt nur Erinnerungen zurück, die du selbst aufgeschrieben hast, weil sie dir wichtig waren. (Warum sich das lohnt und was du festhalten solltest, steht in unserem Leitfaden zur digitalen Zeitkapsel.)

Damit die Grenzen klar sind: Lifeline hat keine Personen-Markierungen, deshalb lässt sich eine Person nicht in allen Erinnerungen auf einmal ausblenden. Du blendest Erinnerungen einzeln aus, nach Gefühl oder nach Datum. Und eine Erinnerung kommt an dem Datum zurück, das du ihr gegeben hast. Kennst du nur den Monat, kehrt sie an dem Tag wieder, den du ausgewählt hast.

Häufige Fragen

Wie finde ich die „An diesem Tag“-Erinnerungen auf Facebook?

Geh auf facebook.com/memories. Facebook beschreibt „On This Day“ als Inhalte von diesem Datum aus früheren Jahren: deine Beiträge, Fotos und Beiträge, in denen du markiert wurdest.

Kann ich die Erinnerungen in Google Fotos abschalten, ohne Fotos zu löschen?

Ja. Wenn du Erinnerungskategorien abschaltest, Gesichter oder Daten ausblendest, ändert sich nur, was im Karussell der angezeigten Erinnerungen erscheint. Deine Fotos bleiben, wo sie sind.

Gibt es in Apple Fotos einen Bereich „An diesem Tag“?

Apples Handbuch beschreibt keinen eigenen Bereich nach Datum, sondern Rückblicke als Sammlungen rund um eine Person, ein Haustier, einen Ort, eine Aktivität oder ein Ereignis. Um weniger Rückblicke zu einem bestimmten Tag zu sehen, leg den Finger auf den Rückblick und tippe auf „Weniger empfehlen“; je nach Rückblick kannst du dann „Weniger von diesem Tag zeigen“ wählen.

Zurückblicken gehört zu den stillen Freuden, wenn man sein Leben festhält. Am besten funktioniert es, wenn du entscheidest, was darin steht und wann es zurückkommt.

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